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Kino: Thor-Interview mit Natalie Portman

Fantasie ist gefragt

Auch nach der Oscar-Auszeichnung für ihre Rolle in "Black Swan" changiert Natalie Portman mühelos zwischen kleineren Dramen und aufwendigen Blockbustern. Als Astrophysikerin Jane Foster ist sie mittlerweile ein fester Bestandteil des Marvel Cinematic Universe. Im Interview mit Entania spricht die Schauspielerin über ihre Rolle in "Thor - The Dark Kingdom".


Entania: Die erste "Thor"-Verfilmung wurde von Kenneth Branagh inszeniert, während bei "Thor - The Dark Kingdom" Alan Taylor Regie führte. Hat sich die Herangehensweise an Ihren Charakter Jane Foster dadurch verändert?

Natalie Portman: Die Regisseure sind sehr unterschiedlich, aber mit jedem der beiden war es toll zu arbeiten. Ken hat ein tiefes Verständnis für Shakespeare-mäßige Figuren und Charaktere im Allgemeinen. Alan ist ein Doktor der Philosophie, so dass er eine einzigartige Sichtweise auf diese Geschichten hat und sie auf ein tieferes Level führt.

Entania: Wie viel Einfluss hatten Sie auf die Ausarbeitung Ihres Charakters?

Portman: Wir haben uns zusammen viele Gedanken darüber gemacht, was Jane zwischen dem ersten und zweiten Film durchgemacht hat. Thor war mit den Avengers auf der Erde und hat sich nicht gemeldet. Also versucht sie, sich wieder auf ihr Leben zu konzentrieren und Dates zu haben. Solche Ideen haben wir zusammen erarbeitet. Vieles davon war aber schon im Drehbuch angelegt.

Entania: Wird Jane auch in "The Avengers: Age of Ultron" zu sehen sein?

Portman: Ich weiß es nicht. Bislang habe ich noch nichts gehört.

Entania: Was ist die größte Herausforderung bei der Interpretation von Jane Foster?

Portman: Es handelt sich hierbei nicht um einen Film, der eine tiefergehende Recherche erfordert. Es ist eine Fantasy-Rolle, also muss man sich auf diese Welt einlassen und seine Fantasie einsetzen. Die Herausforderung liegt darin, es glaubwürdig wirken zu lassen. Zudem ist die Arbeit vor dem Greenscreen immer wieder eine große Herausforderung für mich, ganz gleich, wie oft ich das schon gemacht habe. Schließlich muss man sich dabei in Gedanken eine komplette Welt ausmalen.

Thor - The Dark Kingdom: Natalie Portman und Chris Hemsworth

Entania:
Das Spiel vor dem Greenscreen liegt irgendwo zwischen Bühnenaufführung und klassischem Filmemachen.

Portman: Ja, in gewisser Weise ist es die purste Form von Schauspielerei. Was beispielsweise Chris Hemsworth macht, wird nicht genug gewürdigt. Seine Performance ist so wirkungsvoll, obwohl er um sich herum so wenig Hilfsmittel zur Verfügung hat. Das ist viel schwerer als bei den üblichen Filmdramen, die viel Applaus und diverse Auszeichnungen kriegen. Bei diesen Filmen geht es um Dinge aus dem realen Leben, sie spielen in realen Sets und handeln von realen Charakteren, so dass man nicht so viel Vorstellungskraft braucht.

Entania: Was ist aus künstlerischer Sicht befriedigender: Der Vorgang des Spielens oder die fertige Performance, die schließlich im Film verewigt ist?

Portman: Beides ist wichtig. Mehr als alles andere verinnerlicht man die Erfahrung während des Spielens. Das kommt bei mir an erster Stelle. Doch das Ziel besteht letztlich darin, etwas zu schaffen, das die Leute erreicht. Beides ist toll, doch wenn ich wählen müsste, würde ich mich definitiv für die Erfahrung entscheiden.

Entania: Welcher Film steht als nächstes an?

Portman: Ich werde in Israel bei meinem ersten Spielfilm Regie führen: "A Tale of Love and Darkness", der auf den Memoiren von Amos Oz basiert.

Entania: Wieso haben Sie das Buch für eine Verfilmung gewählt?

Portman: Bei dem Buch hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich die Geschichte wirklich erzählen will.


Der zweite Teil unseres Interviews erscheint auf Fabalista.com. Dort spricht Natalie Portman über Fans, Lieblingsfilme und ihre Rolle in "Léon - Der Profi".

"Thor - The Dark Kingdom" erscheint am 20. März 2014 auf DVD und Blu-ray. Unsere ausführliche Kritik des Films sowie unser Interview mit Regisseur Alan Taylor und Marvel-Studios-Präsident Kevin Feige sind ebenfalls auf Entania.com zu lesen.

Carlos Corbelle

Welche Rolle Natalie Portman in "V wie Vendetta" spielt, erfährt man bei kino.tv